Schutzmasken in Zeiten von COVID-19: Nutzen und Risiken

Klassischer Einmal-Mundschutz

Die deutsche Regierung hat als wirksame Strategie zur Bekämpfung von SARS-CoV-2-Infektionen das Tragen von Atemschutzmasken, die Mund und Nase bedecken (MNC), zur Pflicht gemacht. In vielen Ländern ist diese Richtlinie auf Einkaufszentren oder öffentliche Verkehrsmittel ausgedehnt worden. Ziel dieses Papiers ist es, die gesetzliche Regelung zum Tragen von Schutzmasken während der COVID-19-Krise aus medizinischer Sicht kritisch zu analysieren.

Eine Mundschutzmaske ist eine Schutzvorrichtung, die einen Teil des Gesichts bedeckt. Sie sollen sowohl die Person, die sie trägt, als auch die unmittelbare Umgebung vor atembaren Schadstoffen (Atemgifte oder bakterielle/virale Krankheitserreger) schützen. Verschiedene Masken können klassifiziert werden als I) Vollmasken (genormt in Anlehnung an EN 136) und II) Halb- und Viertelmasken (EN 140). Während eine Vollmaske das ganze Gesicht bedeckt, passt eine Halbmaske von unter dem Kinn bis oberhalb der Nase, eine Viertelmaske passt von der Nasenspitze bis zur Kinnspitze. Der Atemwiderstand variiert proportional zur Dichte des Maskenmaterials.

FFP-Masken (filterndes Gesichtsteil) werden als Halbmasken klassifiziert. Ihre Verwendung ist erforderlich, um das Eindringen von Krankheitserregern durch die Atemwege zu verhindern und hat die Aufgabe, sowohl den Träger als auch die umliegenden Personen zu schützen. Sie unterscheiden sich von medizinischen MNC, (oft als “chirurgische Masken” bezeichnet), und von “selbstgemachten” Masken für den täglichen Gebrauch. MNCs und selbstgefertigte Masken sind nicht “auslaufsicher” und bieten keinen vollständigen Atemschutz, da Luft durch sie entweichen kann. FFP-Masken werden ohne oder mit einem Ventil geliefert. FFP-Masken (filterndes Gesichtsteil) mit Ventilen sorgen für einen Luftstrom von der Innen- zur Außenseite der Maske. FFP 1-Masken sind Staubmasken und werden hauptsächlich für diesen Zweck verwendet. Sie verhindern keine COVID-19-Infektionen. FFP1-Masken eignen sich für Arbeitsumgebungen, in denen nur nicht-toxische Stäube vorkommen. FFP2-Masken sind für Arbeitsumgebungen geeignet, in denen Krankheitserreger und Mutagene in der Luftzusammensetzung vorhanden sind.

Im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 sind die folgenden Maskentypen erhältlich:

  1. Masken für den täglichen Gebrauch (temporäre Masken aus Stoff usw.: Diese Masken bieten dem Anwender keinen Schutz vor einer Infektion. Es ist jedoch davon auszugehen, dass das Risiko der Tröpfchenübertragung, insbesondere beim Ausatmen, gering ist, was zu einer Verringerung der potentiellen Virusausbreitung führt. Diese Masken sollten nicht im Gesundheitswesen verwendet werden, werden aber allgemein für die Allgemeinbevölkerung zum Gehen, Einkaufen oder zur Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel empfohlen.
  2. MNP (= medizinischer Mund-Nasen-Schutz: wird oft als “chirurgische Schutzmaske” bezeichnet. Bei der industriellen Herstellung von MNP werden strenge Regeln zum Schutz vor Infektionen eingehalten. Die Filtereigenschaften entsprechen denen von Masken für den täglichen Gebrauch, und sie sollen den Patienten schützen. Sie sind für den Gebrauch durch medizinisches Personal zugelassen und garantieren nur den Schutz des Patienten, speziell gegen Aerosole.
  3. FFP2 Maske (= Gesichtsfilterstück)/N95-Maske: FFP2-Masken erfüllen eine Reihe strengerer Schutznormen. Sie schützen die sie tragende Person, da > 95% der Partikel und Tröpfchen beim Einatmen zurückgehalten werden. FFP2-Masken schützen auch wirksam die Umwelt, solange kein Ausatemventil vorhanden ist. Im Gegensatz dazu lassen Masken mit Ausatemventil die Ausatemluft ungefiltert austreten, wodurch die unmittelbare Umgebung kontaminiert wird.
  4. FFP3-Maske: FFP3-Masken schützen den Anwender noch wirksamer als FFP2, da > 99% der Tröpfchen und Partikel beim Einatmen gefiltert werden. FFP3-Masken schützen auch ohne Ausatemventil die Umwelt.